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Freiwillige Feuerwehr Marburg-Mitte übt in alter Jugendherberge
05.09.2021
Brandeinsätze, Menschenrettung und technische Hilfeleistung. Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältig und bedürfen regelmäßiger Ausbildung und Übung. Die Feuerwehr Marburg-Mitte darf nun vorübergehend in der leerstehenden Marburger Jugendherberge Szenarien trainieren, die in normalen Gebäuden häufig nicht möglich sind.
Hilferufe durchbrechen die Ruhe am Uni-Stadion, dazu liegt ein Nebel in der Luft. Was auf den ersten Blick wie ein echter Notfall wirkt, entpuppt sich schnell als Übungsszenario des 1. Zugs. Über eine Leiter retten Feuerwehrkräfte mit schwerem Atemschutz eine Frau aus dem 1. Stockwerk. Gleichzeitig bereiten die Frauen und Männer der Feuerwehr einen Löschangriff vor. „Über solche Übungsobjekte freuen wir uns natürlich sehr", betont Zugführer Steffen Zeidler. Da die Jugendherberge ohnehin abgerissen werden soll, darf hier nach Absprache mit dem Herbergsvater Peter Schmidt auch etwas robuster geübt werden.
Auch der 2. Zug macht von dieser seltenen Gelegenheit intensiv Gebrauch. Ausgegangen wurde von einem Kellerbrand im ersten und einem Zimmerbrand im zweiten Teil der Übung. Zwei Trupps drangen mit Pressluftatmern ins Gebäude vor, um vermisste Personen zu finden und zu retten. Bei den „Vermissten" handelte es sich um zwei ca. 80kg schwere Übungspuppen. Die beiden Zugführer des 2. Zuges, Christoph Saffrich und Moritz Hämel, zeigten sich begeistert über diese Gelegenheit zum Üben.
Die Jugendherberge Marburg in unmittelbarer Nähe zur Lahn steht seit einigen Monaten leer. Beim zweiten Übungsdienst ging es für den 1. Zug um das Öffnen von Fenstern und Türen. „Unsere Mitglieder üben regelmäßig das schonende Öffnen von Türschlössern", merkt Gruppenführer Niclas Brünjes an. Während draußen das Anleitern und schonende Öffnen der Fenster geübt wurde, wurden drinnen Türschlösser gefräst, Türen gewaltsam aufgebrochen und mit der Rettungssäge geöffnet. „Wir sind Herrn Schmidt und der Jugendherberge Marburg sehr dankbar für diese tolle Möglichkeit und die gute Kooperation", betont Steffen Zeidler.